April April, man weiß nicht was man will

Moin Leute, wir wollen uns nochmal recht herzlich bei euch für den 19.04 bedanken. Ein Abschied bei dem wir so viel Gutes mit auf den Weg bekamen, hätten wir uns nicht erdacht. Rostock wird uns fehlen, aber noch sind wir ja nicht weitgekommen, denn die Tachonadel zeigt gute 310 Km an. Nachdem wir bis nach Güstrow geradelt sind, inklusive eines spendierten Big-Döner von Martin der uns bis hier hin begleitete, ging es weiter durch die wunderschöne Mecklenburger Seen-Platte.

Gezeltet wurde die erste Nacht in einem Dorf, dass diese Bezeichnung gar nicht verdient, da hier mitten in MeckPomms Wüste nur zwei Bauernhäuser im Abstand von 500 Meter standen. Alex hat, da es bereits dunkel war, an einem Fenster an dem noch Licht brannte geklopft, ein lieber Opi, wohl im ersten Moment verdutzt über die späten Gäste, bat uns dann seine Wiese zum Campieren an. Hier schon der erste Reinfall, eine Art Glaubensfrage: Alex hat sich einen Daunenschlafsack zugelegt, ich mir einen aus Kunststoff (Komforttemperatur bis -6 °C). Leider war mir schon bei Temperaturen über dem Gefrierpunkt etwas kalt. Da kann der Sommer gerne kommen ! Nächsten Morgen wurde das Zelt abgebaut, nebenbei wurden wir von Geschichten über die Landwirtschaft zu DDR-Zeiten von unserem Gastgeber unterhalten – Störche und Schwalben, als sommerliche Vorboten, flogen durch die Luft.

Es ging dann weiter über die Ortschaften Röbel…bis nach Lärz. Tja Leute, der Alex und ich waren dieses Jahr bereits auf der Stätte des Fusionfestivals; zum Abdancen blieb aber nicht viel Zeit, denn wir mussten weiter, Strecke machen, zuvor konnten wir aber noch dem Start einer alten Junker 52 zuschauen. In Fürstenberg ein letzter Einkauf für die abendliche Verpflegung und wir schlugen unser Zelt auf einer Wiese im Wald auf, Abendbrot und ein Bier bei 7 Grad, 22 Uhr Schlafenszeit, nachts zwei Ellenbogenstöße zu Alex, da dieser schnarchte. Nächsten Tag bei herrlichen Sonnenschein weiter gen Oranienburg, auf schönen Radwegen entlang der Kanäle, wo es sich einfach prima fährt. In Oranienburg selber eine kurze Besichtigung des ehemaligen Konzentrationslagers Sachsenhausen. Ausgerechnet zum 20.04. findet hier eine Feierlichkeit zur Fertigstellung und Umgestaltung von  Museums- und Ausstellungsräumen statt, was mich ebenso in eine sehr peinliche und mir sehr unangenehme Situation bringt, da meine Frage zum Museumspersonal in etwa so lautete “ finden sie es nicht makaber am Geburtstag des Führers, so eine Veranstaltung abzuhalten…?“. Die Wortwahl erzeugte keine ungewöhnliche Reaktion.

In Berlin selber, wurde nochmal bei Alexs Großeltern das Gepäck vom Drahtesel genommen (ca. 4 kg pro Rad). Seit zwei Tagen habe ich mir eine leichte Erkältung eingehandelt. Morgen geht es mit dem Zug nach Krakau, da wir zeitlich im Verzug sind und diese ein wenig einholen müssen.  in Betracht der Gesamtstrecke sind diese paar Kilometer geradezu läppisch  :mrgreen:

Bis bald und die besten Grüße A&A

 
 
 

3 Kommentare zu “April April, man weiß nicht was man will”

  1. Sebastian
    23. April 2012 um 14:30

    Klasse Bericht, macht nur weiter so. Aber wie kommt es denn, dass ihr schon jetzt vom Zeitplan abweicht? Nicht schnell genug unterwegs oder zu lange geschlafen?

  2. martin
    24. April 2012 um 01:21

    einfach nur super!
    dass ihr jetzt mit der bahn fahrt find ich nicht schlimm…es geht ja schließlich darum die welt zu sehen…ob mit dem fahrrad oder mit der bahn ist egal!

  3. Plüschke/Nantke
    2. Juni 2012 um 10:48

    hallo ihr beiden „Weltreisenden“ ganz toll die Berichte aus dem Safaripark un der Krim, ihr traut euch allerhand! Aber werdet nicht übermütig – wir brauchen euch noch…
    auf eure Erlebnisberichte warten wir sehsüchtig.. tretet rein in die Pedalen … velozidet iti zuda. tschüss d+l