Kurzer Reise- und Speiseplan

An unser wertes Lesepublikum, Freunde und Familie.

Vielleicht noch Sätze zur Mongolei:
Die Seegeschichte wird leider nicht mehr beendet, jedenfalls nicht hier im Blog. Grund: Zeitmangel. Aber seid gewiss, es waren noch allerhand schöne Stunden dort, mit Fischessen und unserem eigenen gebackenen Brot. Unser niederländische Gastgeber, bei dem wir die Tage in Ulan Batar verbrachten brachte uns zum Flughafen. Nun hieß es von Sebastian, unserem Schweizer Abschied nehmen.

Wir hoffen inständig, dass ihm goldene Tage bevorstehen und er weiterhin seinen Radtraum unbeschwert radeln kann.

Der internationale Flughafen Ulan Batar ist klein, ich möchte fast sagen „süß“. Wir beide waren zeitweise die
einzigen Menschen die in der Abflughalle warteten. Der Flug mit Korean Airline war paradiesisch. Man war dem Himmel quasi doppelt nahe, einmal durch den Flug per se und der höfischen Bedienung der überaus hübschen Koreanerinnen. Ich glaube selbst wenn man ihnen aus Versehen auf den Fuß tritt, würden sie lächelnd „Thank youuuuuuu“ sagen. Ein Abschiedsfoto gab es auch mit uns. Der internationale Flughafen Seoul ein futuristisches Gebäude und scheinbar keinem einzigen Staubkorn. Dusche, Handtuch, Zahnbürste gab es alles umsonst und man duschte in einer Art Hoteldusche mit Marmorboden. Was für ein Duschereignis nach der Mongolei!

 

Ungefähr so weltentrennend wie dieser Absatz war nun der Wechsel von der Mongolei nach Vietnam gefühlt für uns.

 

Es war gut, dass wir in der Mongolei vielleicht schon eine Art asiatischen Vorgeschmack erhielten. Hanoi war, wenn man auf der Straße stand oft unfassbar für uns. Das Leben der Menschen hier, gestaltet sich in vielen Bereichen komplett anders als wir es kennen. Wer isst denn schon Hundefleisch mit einer nach Tierkadaver schmeckenden Krabbensauce? Und wo kommen die ganzen vielen Menschen her?

Es ist wieder warm, wir laufen in kurzen Sachen herum. Die Unterkunft hatten wir in Hanoi bei einem Mädchen für 5 Nächte gefunden. Das war für uns wieder der reinste Glücksfall. Die Straßen sind dicht mit Menschen und Mopedrollern gefüllt! Das ist unglaublich! Wenn an der Ampel eine Rotphase endet, rollt eine Lawine von Mopeds los. Man darf beim Überqueren der Straße keine Angst haben. Einfach rübergehen ohne großartig anzuhalten. Haben wir uns bei den Einheimischen abgeguckt – und es funktioniert. Wir werden mittlerweile täglich von Vietnamesen, aber auch manchmal schon Europäern gefragt ob wir Brüder oder gar Zwillinge seien? :mrgreen: In Hanoi wurden ca. 60 Fotos mit uns geschossen, manchmal konnten wir gar nicht mehr weiterlaufen, weil ständig neue Menschen hinzukamen und ein Foto mit uns machen wollten.

Wir sind jetzt genau 7 Tage in Vietnam und haben, essbegierig und neugierig wie wir sind, schon allerhand „Neues“ auf dem Speiseplan gehabt. Am ersten Tag aßen wir Puppen von Schmetterlingen. Im Geschmack ziemlich neutral, mehlig in der Konsistenz. Dann folgte Hund. Ja des Menschen bester Freund landete auf den Teller und schmeckte uns gut. Das Fleisch ist langfaserig und erinnert mich an Kaninchen. Serviert wurde das Hundfleisch mit einer, ich muss so ehrlich sein, absolut widerlichen, braunen nach Tierkadaver stinkenden Sauce die in mir den Urinstinkt des Ausspuckens wach rief. Auch Alex wurde mit dieser Sauce ebenso nicht fertig. Wahrscheinlich braucht man zehn Jahre um sich daran zu gewöhnen.

Eines Abends landete Hühnerfuß bzw. Bein auf unseren Teller. Der Anblick ist gewöhnungsbedürftig, wenn man in die gelbe Hühnerbeinhaut beißt und dabei noch die Krallen sieht. Gestern Abend, Alex schlief schon, wurde ich auf einem Spaziergang von Vietnamesen zum Essen eingeladen. Es gab Wachteleier. Schön und gut dachte ich mir, als ich diese sah, Eier mag ich. Doch befanden sich im Inneren schon halbfertige Kücken. So kullerte beim Abschälen schon einmal ein geformter Wachtelkopf heraus. Beim Kauen merkt man förmlich wie man die kleinen Knochen zermalmt. Das war ziemlich grenzwertig für mich.

In Hanoi aßen wir dann noch recht viele Schnecken, jeder bestimmt 80 Stück. Heute gab es beim Alex Muscheln, bei mir eine Art Krebstier.

Das wars auch schon. Augenblicklich sind wir in Ha Long Bay und fahren morgen per Schiff auf eine große Insel um dort zu radeln. Danach geht es gen Südvietnam.

Bis bald… .

Alex und Arne

 
 
 

5 Kommentare zu “Kurzer Reise- und Speiseplan”

  1. Martin Klotz
    5. Oktober 2012 um 01:35

    Hi Alex, hi Arne, scheinbar seid Ihr zur gleichen Zeit in Halong Bay gewessen wie wir. Was sagt eigentlich zu den ganzen leckeren Mahlzeiten Euer Darm? Obwohl ich schon zum dritten mal hier in VN bin, erwischst mich jedesmal, so auch heuer wieder die Schei….. Durchfall. Wahrscheinlich hat es die Evolution bei einigen Menschen mit der Verträglichkeit von Lebensmittel besser gemeint als mitanderen 🙂
    Bleibt Sauber Jungs…

  2. Frank Langbehn
    5. Oktober 2012 um 06:11

    Hallo Arne
    Ich bin seit 4 Tagen wieder inChina(Tianjin)Das Essen hier ist extrem gut.Das was ihr da so alles esst ist schon der Hammer.Ich glaube das könnte ich erst nach einen längeren Essensentzug bringen.Hoffentlich geht eure Reise so weiter wie bisher.Dann Vieleicht bis Weinachten (macht weiter so)

  3. froit
    6. Oktober 2012 um 15:45

    ‚ziemlich grenzwertig‘, OK. Weiter essen!

  4. Arne
    7. Oktober 2012 um 15:29

    Also mit unserer Verdauung hatten wir noch keine Probleme,obwohl wir uns recht ruecksichtslos durch die Staende fressen.

  5. Jürgen Leiach
    25. September 2013 um 11:01

    Ein informativer Artikel – mit guten Tipp und ausführlicher Beschreibung des sehr Gewöhnungsbedürftigen Speiseplans. – vielen Dank dafür.