Krasnoyarsk nach Irkutsk Teil I

Hallo,

und tatsächlich, nach den letzten 70 Kilometern sind wir in Krasnojarsk angekommen. Der Weg dort hin: Viel Wald, wieder ein paar Hügel und nasses Wetter. Als ich so, noch fast im sibirischen Träume von irgendwelchen nächtlichen Affengeräusche versunken, über den Asphalt radel, ziehe ich schnell die Bremse. Ein Streifenhörnchen steht direkt neben der Straße und somit neben mir und knabbert an einer Frucht herum. Kaum hat mich der kleine Weggefährte wahrgenommen, verschwindet er im Gras. Ich brauche 5 Minuten Geduld bis es für eine Fotografie wieder zur Frucht läuft. Heute bin ich es mal, der die Spitze anführt und die Stadt zuerst erreicht, da Alex mit einem Platten auf der Strecke bleibt. Beim Reparieren ist es dann auch ein Russe, der Alex den letzten Nerv raubt, indem er ihn (auf gut Deutsch) die ganze Zeit auf Russisch ‘volllabert’, während Alex den Schlauch wechselt. Ich melde mich bei unserer Unterkunft in Krasnojarsk und erfrage, wann und wo wir zu erscheinen haben. Dashas Geburtstagsparty soll erst gegen 19 Uhr losgehen. Bis dahin können wir uns die Zeit in der Stadt, welche mit 1 Mio. Einwohnern doch recht groß ist, vertreiben. Auf Duschen haben wir arge Lust. Dasha empfiehlt uns zum Hauptbahnhof zu gehen, dort gäbe es öffentliche Duschen. Gesagt, getan.

Doch im Hauptbahnhof sind die Duschen defekt – na toll – warum das denn schon wieder? Zwischendurch sorgen heftige Regengüsse für weitere Durchnässung. Es soll auf der anderen Seite der Stadt noch eine Art öffentliche Dusche geben. Wir besorgen uns einen Stadtplan und fahren dorthin. Die mutmaßliche öffentliche Dusche ist ein blaues Brunnenrohr was in einem Park aus dem Boden ragt. Kippt man den Metallhebel des Rohres nach vorne um, so strömt Grundwasser heraus. Nicht gerade warm, aber immerhin.

Wir waschen an diesem Blaurohr ein wenig unsere Beine, unseren Oberkörper und nehmen es mit Humor, dass nur Augenblicke später ein erneuter Regenschauer uns ebenso abduscht. Es ist kurz nach 18 Uhr und wir machen uns auf dem Weg zum vereinbarten Treffpunkt gleichen neben der Universität. Unterwegs kaufen wir Blumen, Lilien, für Dasha. Es sind gut 8 km dorthin zu fahren und die haben es in sich! Die letzten 3-4 Kilometer waren ein zusammenhängender „fetter Mistberg”, der uns alles abverlangte und mit jedem Meter uns mehr fluchen ließ und uns ein wenig die Vorfreude auf den Geburtstag nahm.

Zudem war es nicht immer ganz einfach sich mit den Rädern durch den feierabendlichen Stadtverkehr zu drängeln, wo die Auto mehr stehen, denn fahren. Radfahrer kennt diese Stadt genauso wenig, wie andere russische Städte. Man muss sich das so vorstellen, die Hauptstraße ist mehrspurig, vollgestopft mit Autos und wir versuchen uns durch die Autolücken mit unseren Rädern durchzumogeln und sind bei diesem Mogeln doch schneller, als die Autofahrer.

Es ist der letzte Kilometer, auf diesem bei uns sehr in Ungnade gefallenen, Berg. Ich gebe alles, Alex ist mir voraus, das Tacho verrät, dass ich 6 km/h “schnell” bin. Das Geburtstagsgeschenk, die Blumen halte ich dabei in meiner rechten Hand. Da taucht so neben mir ein kleiner grüner Wartungs-LKW für Hochspannungsleitungen auf. Wir sind in Sibirien, wo wirklich der Großteil aller Autos das Lenkrad rechts hat. Also kann ich mich mit dem Fahrer gut unterhalten, denn er hat das Fenster auf der rechten Seite heruntergekurbelt und zeigt auf meinen Blumenstrauß. Das ist aber meiner,denke ich mir, Finger weg. Aber nein doch. Er erzählt mir, dass ich unterwegs drei Lilien verloren hätte. Ich schaue in den Strauß;stimmt.

Ich solle doch zurückfahren, sie liegen nur 100 Meter bergabwärts. Ich führe meine rechte Hand zur Stirn und wollte ihm schon einen Vogel zeigen, wische mir aber doch den Schweiß von der Stirn, und bedeute ihm lachend, dass ich niemals in diesem Leben für drei Lilien diesen Berg herunterfahren würde – immerhin habe ich ja noch ein Fahrrad was mit Gepäck zusammen 51 Kilogramm wiegt!

Der Fahrer lässt nicht locker….ich meine aber: Nein, keine Chance.

Gut. Der Blumenfreund im LKW wählt nun eine andere Taktik. Ich solle in sein Auto steigen, er würde mich zu den Lilien fahren. Ich bedanke mich recht herzlich (das war wirklich nett von ihm), meine jedoch nur wenig Zeit zu haben, es ist ja schon kurz vor 19 Uhr und dass in meinem Strauss ja noch reichlich andere Lilien vorhanden seien, was schon reichen würde.

Damit bin ich aber bei ihm auf die falsche Adresse gestoßen. Er löst die Handbremse und lässt sich einfach auf der Hauptstraße zurückrollen – hin zu den Lilien, der Lilienheld ! Ich finde das ausgesprochen mutig und hätte an seiner Stelle Angst einen Auffahrunfall zu provozieren. Und das für drei Lilien die auf dem Asphalt liegen… . Ich fahre weiter bergauf und erwarte eigentlich jeden Moment den Knall eines Unfalls zu hören. Ca. 100 Meter vergehen und ich sehe wie der LKW bergauf zu mir fährt, er hat es geschafft und hält neben mir an. Die Lilien seien kaputt, erklärt er mir mit einer Handgeste. Das ist aber sehr schade, versuche ich ihm zu erklären und möchte dabei eigentlich nur weiter, und das möglichst ohne von liliophilen LKW-Fahrer bedrängt zu werden. Aber das genügt nicht. Ich solle doch zu ihm einsteigen, er würde mich zu einen Blumenladen fahren ! Nein, ich brauche keine Lilien mehr, ich habe genug, außerdem habe ich keine Zeit mehr für diese Diskussion! Er versteht mich wohl, bietet mir ungelogen noch einmal an, zu einem Bludenladen zu fahren, fährt dann aber weiter und macht…….ca. 50 Meter vor mir neben Alex halt, trägt ihm unser Lilienproblem zu! Ich erreiche die beiden schließlich, erzähle Alex kurz was stattfand, dass der LKW-Fahrer mich und die Lilien unbedingt wieder zusammenführen will, zu einer prachtvollen Einheit und dass wir uns jetzt augenblicklich losmachen müssen, sonst kommen wir gewaltig zu spät. Der LKW-Fahrer verschwindet, ich stehe ohne meine drei Lilien da und bin glücklich. Ein Anruf bei Dasha und wir treffen uns 10 Minuten später auf einem Parkplatz. Sie erscheint mit ihrem Ehemann dem Michai.

Dass dieser Moment des Kennenlernens sehr komisch für uns alle war, mag man sich vorstellen. Zwei Deutsche Fahrradfahrer kommen in eine große sibirische Stadt und werden von völlig unbekannten Personen zu einem Geburtstag eingeladen.

Aber das Eis schmilzt schnell. Dasha stellt uns kurz dem Bruder, der Mutter und den paar Freunden (ein Pärchen mit zwei kleinen Kindern, eine Freundin) vor, anschließend fahren diese mit dem Auto ins Grüne, in die Berge natürlich, ca. 5 km von dem Parkplatz entfernt. Wir beide heizen mit unseren Rädern den beiden Autos hinterher und fluchen jetzt schon über den uns bevorstehenden Rückweg, da wir die 5 km permanent bergab fahren ! Doch Ende gut alles gut… .

Dort angekommen, werden Essen und Trinken ausgeladen, wir verstauen unser Gepäck in die Wagen und nehmen nur die Räder mit zum Picknickplatz. Dort angekommen wird ein kleines Lagerfeuer entzündet. Eine herrliche Stelle zum Ruhen und entspannten Beisammensein. Die Leute um uns herum sprechen gutes Englisch und als wenn wir schon immer befreundet wären, unterhalten wir uns, nehmen selbstverständlich Teil am Picknick. Die anfängliche Angst, dass die Essenssachen nicht reichen würden, Alex und ich haben einen unermesslichen, quälenden Hunger (wie so oft, ach nein, wie immer, wir haben bestimmt drei bis viermal am Tag großen Hunger) verschwindet, als aufgedeckt wird ! Man ist sehr daran interessiert, wie wir bisher die Reise und gerade Russland erlebt haben. Was denken die Deutschen über Russland und warum hat unserer Meinung nach, Russland noch immer so ein negatives Image? Wo liegt der Unterschied in der Mentalität? (Auf den Mentalitätsunterschied wie wir diesen wahrnehmen, komme ich noch zu sprechen)

Wir befinden uns auf einem großen Fels, von Kiefern bewachsen, gibt er den Blick auf einen großen Fluss frei. Mücken gibt es zum Glück nur ganz wenige. Am Grunde des Felsens gibt es eine kleine Höhle, welche in der Steinzeit bewohnt war. Nach dem Essen gehen wir mit unseren neuen Freunden zum Höhleneingang und betreten diese. Ich innerlich froh, mittlerweile in der Moderne zu leben, mit Elektrizität, Klospülung und Kartoffelschälern mit Keramikklingen, um nicht die harten sibirischen Winter in so einem “Loch aus Stein” verbringen zu müssen. Aber es war so. Vor tausenden Jahren haben hier an dieser Stelle im Steinloch, auch im Winter, Menschen gewohnt. Haben gejagt, gegessen, sich geliebt mit einander erzählt – eine gewaltige Vorstellung.

Ein kleines Lagerfeuer (das erste auf unserer Reise) wird nun entzündet, die Kinder erfreuen sich daran, Kienäpfel zu sammeln und zu verfeuern. Der Bruder von Dasha holt seine Gitarre raus, es wird gesungen, auf Russisch natürlich. Russische Lagerfeuerromantik – Alex und ich mitten drinnen. Irgendwann ist dann Zeit zum Aufbruch, man muss ja morgens aufstehen, um zur Arbeit zu gehen. Man offenbart uns, dass wir die Räder in die Auto verstauen können und somit nicht zurückzufahren brauchen. Wir springen vor Freude in die Luft und bedanken uns dafür ! Wir fahren mit Michai, dem Mann von Dasha mit. Es ist mittlerweile gegen 0 Uhr und er gestaltet aus dem Rückweg gleich eine 2-stündige Stadtrundfahrt durch Krasnojarsk, von der ich nur die Hälfte mitbekomme, da ich vor lauter Müdigkeit im Auto schlafe und nur zum Aussteigen bei irgendwelchen Besichtigungspunkten aufwache. Einer davon ein großer Berg mit Blick auf die gesamte nächtliche Stadt, ein Lichtermeer liegt vor uns. Russische Städte leuchten im Dunkeln genauso wie europäische.

Wir kriegen schließlich in der Wohnung von Dashas Mutter unser Zimmer in einem Wohnblock. 3 Uhr fallen wir in unsere Betten und morgens 9 Uhr, pünktlich wie angekündigt, knallt die Mutter die Tür auf und scheucht uns hoch, denn 10 Uhr sind wir für eine Bergwanderung verabredet. Aktive Erholung nennt man das! Ich habe, um ehrlich zu sein, einen ordentlichen Muskelkater in den Beinen von den vergangenen Tagen.

Also schnell frühstücken und ab mit den Bus in die Innenstadt, wo wir uns mit dem Pärchen vom Vorabend treffen. Julia und Daniel. Beides Informatiker. Sie kommen mit auf die Wanderung. Superliebe Leute ! Ihre 9 Monate alte Tochter kommt im Babyrucksack mit auf die Tour. Mit dem Auto angekommen, wartet Dashas Mutter schon unten am Berg, es sind noch ein älteres Renterehepaar und eine Bekannte von diesen mit von der Partie. Sie kommen mit uns. Zusammen sind wir acht Personen. Der Opi steht noch gut im Saft ! Mit seinen 74 Jahren läuft er fast den Berg hoch ! Er erzählt uns später bei einer Picknickrast, dass er Jäger sei und schon drei Bären geschossen hat. Die Wanderung macht uns sehr viel Spaß, zumal es doch nach ca. 8000 km des Radfahrens uns sehr gelegen kommt, endlich mal eine andere körperliche Aktivität auszuführen ! Die Natur ist unbeschreiblich schön. Bisher sind wir ja nur an Bergen vorbeigefahren oder auf Asphaltstraßen über diese… . Ein umgewühlter Ameisenhaufen ist das Werk eines Braunbären erklärt mir Daniel, der hier nach Ameiseneiern gesucht hat. So durchwatscheln wir für gut drei bis vier Stunden diese Berglandschaft, haben wie gesagt ein tolles Picknick bei herrlicher Aussicht, um anschließend zur Stadt zurückzufahren. Den Abend verbringen wir zu Hause bei Dashas Mutter, zusammen mit ihrer Tochter, einer Freundin der Yana und dem Sohn Sascha, der mit einer russischen Ski-Spitzensportlerin zusammen ist. Sie wurde letztes Jahr Weltmeisterin. Eine Autogrammkarte habe ich mir natürlich gesichert!

Den nächsten Tag verbringen wir größtenteils mit Yana. Sie ist 27 Jahre alt und fetzt einfach mal durch ihren natürlichen, heiteren und vollkommen unbeschwerten Charakter ! Wir lassen an diesen Tag erneut Fotos von unserer Reise entwickeln. Diese eignen sich hervorragend als kleine Gastgeschenke oder einfach zum Vorzeigen und Reiseberichten. Anschließend gehen wir mit Yana zweimal essen, weil wir nach dem ersten Mal Essen nicht satt wurden.

Am kommenden Morgen nehmen wir Abschied von allen, treffen uns auch nochmal mit Yana und ihrem Dalmatinahund namens “Etan”. Übrigens der erste und wohl letzte Dalmatina den ich in Russland zu Gesicht bekomme. Gemeinsam gehen wir zur Post um genug Briefmarken zu kaufen, denn wir haben 47 Postkarten beschrieben. Kostenpunkt um die 30 Euro um diese abzuschicken. Draußen vor dem Postgebäude geht ein ehemaliger Geografielehrer an uns vorüber, bleibt stehen und beginnt zu erzählen, zu erzählen,… zu erzählen, wie groß Russland sei, wie groß der Bezirk Krasnojarsk ist, wie viele Menschen hier wohnen, wie dick das Eis am Nordpol ist (davon hat er wirklich gesprochen), kurzum ein Mensch der sehr viel weiß, Yana übersetzt mir alles. Sie verspricht dann, weil er scheinbar darauf bestand, von ihr die Tage angerufen zu werden, wohlmöglich um noch mehr zu erzählen, sie verspricht ihm, dass sie anrufen wird und der Lehrer geht weiter.

Wir würden gerne noch den Tag mit der lustigen Yana und ihrem Hund verbringen, doch müssen wir weiterfahren. Abends schlagen wir unser Zelt zum x-ten Mal neben Birken auf. Hier schwirren wieder gierige Mücken durch die Luft. Nicht so viele wie die Abende vor ein oder zwei Wochen, doch die paar nerven genauso und schaffen es irgendwie durch das Netz meines Mückenhutes zu fliegen ! Nachts füllt sich der Platz mit Nebel, da wir in einer Art großen Senke campieren. Der Halbmond blendet in der dunklen Nacht scharf auf.

Am nächsten Tag fahren wir die ca. 140 km nach Kanzk ziemlich zügig durch, aber nicht dass es eine einfache Strecke bis dorthin war. Ich glaube es waren drei große Hügel die einem das Leben schwer machten. Auf einem steht ein großer Schwertransportlaster. Panne. Ich glaube ohne fremde Hilfe wird diese Maschine bei solch einem Anstieg niemals in diesem Leben diesen Hügel verlassen, viel zu steil alles. Unterwegs weist ein Verkehrsschild einem den Weg zum Ort namens “Soljanka”.

‚Kanzk‘ ist nur eine bescheiden große Stadt. Über eine etwa 2 km lange steile Abfahrt, auf der wir locker 60 km/h rollen, erreichen wir sie. Beim Hereinfahren können wir jede Menge marode aussehende Kasernengebäude bestaunen. Graue Gebäude, von deren Fassaden der Putz abbröckelt. Soldaten laufen nach Feierabend herum, haben einen Beutel Bier in der Hand.
Wir kaufen wieder einmal für viel Geld wenig ein. Vor und in dem Supermarkt tummeln sich ebenso Soldaten herum, Rekruten und einfaches Fußvolk.

Wir durchfahren die Stadt über Nebenstraßen, das Navigationsgerät will es so. Vorbei an Holzhäusern wo Kinder spielen und der kleffende Hund stets vorhanden ist. Der Dorfteich ist eine einzige grüne Brühe auf dem ein dichter Teppich aus Plastikbierflaschen liegt – ich glaube es sind nicht die Fische von welchen die Flaschen stammen.

Wir kämpfen uns einen großen Berg hoch, treffen auf einen Transporter der uns 60 km mitnimmt. Vor einem Bahnübergang schmeißt dieser uns raus, die Sonne ist bereits untergegangen. Wir fahren noch 30 weitere Kilometer auf herrlich ebenem Asphalt. Durchfahren dabei ein Dorf wo noch viele Menschen auf der Straße sind und uns teilweise zuwinken. Die Straße führt dann nur noch durch dichten Wald, sodass wir abends 23 Uhr beschließen die nächst beste Stelle zu nehmen. Auf einer Art Schuttplatz rasten wir dann. Der Boden steinhart, wie gut das Alexs Isomatte immer noch undicht ist! Jedoch ist der Himmel so sternklar….und die Milchstraße so furchtbar dick, wie ich sie selten so gesehen habe.

Am nächsten Tag ist die erste Erheiterung eine Bushaltestelle mit zwei Kühen drinnen ! Die Landschaft ist wieder urtümlicher und wieder so, wie man sich Sibirien vorstellt. Die Sonne scheint, aber es ist deutlich kühler geworden, besonders zum Abend hin. An diesem Tag reißt auch zum ersten Mal die Hauptstraße urplötzlich ab, um durch eine Sand-/Schotterpiste ersetzt zu werden.
Unglaublich !
Das ist die Hauptstraße Sibiriens. Sie führt von Kazan bis nach Wladi Wostok und auf einmal ist es nur noch eine staubige Schotterpiste ! Das wäre so als wenn die A20 abbricht um mal für 3 km durch „Kuhweg“ ersetzt zu werden. Jedenfalls nehmen wir beide das so wahr. In unseren Augen ein infrastrukturelles Fiasko. Und wenn man uns fragen würde, was gibt es denn so für Unterschiede zwischen Deutschland und Russland; dann sind wir uns sicher, dass es sowas nicht in der Bundesrepublik geben würde. Da es trocken ist, staubt es auch ordentlich, wenn Autos und allen voran LKWs an uns vorbeifahren ! Es wird zu einer unangenehmen Sache für uns an diesem Tage und an den darauffolgenden Tagen immer wieder auf solchen Pisten zu fahren. Alex ist immer noch erkältet. Er erprobt sich in russischer Heilkunst und kauft sich in einem Magazin einen halben Liter Vodka und viel Knoblauch. Zuvor kommt es zu einem kurzen “Anschnauzgefecht” zwischen mir und der Verkäuferin. Wir betreten den Laden, Alex bestellt zwei Zwiebeln und da vielleicht seine Aussprache nicht der eines Einheimischen glich, verzog sie finster jaa angenervt, sodass man sich schuldig fühlen musste hier einzukaufen, das Gesicht und feuerte auf Russisch zurück “Waaaaaaaaas?!”.

Daraufhin riss mir dann die Hutschnur. Ich kann auch schreien, besonders gut auf Deutsch! Und weil ich so erzürnt über ihr Verhalten war, tat ich das auch, dass es eine Frechheit sei, Alex so anzufahren und überhaupt…! Danach war sie einigermaßen nett. Mir hat es aber gereicht und ging zu der zweiten Verkäuferin im Laden, die gleich von Anfang an angenehm war. Es ist für uns beide ein seltsames geradezu russisches Phänomen,an das man sich gewöhnen muss, dass in Cafes und Magazinen die Bedienungen sehr oft unfreundlich auf uns wirken. Das mag ein Unterschied in der Mentalität sein. Aber dieser beschriebene Vorgang war kein Einzelfall. Man wird ziemlich oft geradezu angemotzt, obwohl es offensichtlich ist, dass man als Fremder nicht die Russische Sprache spricht.

Mit der Flasche Vodka und einem großen Bier im Gepäck verlassen wir den Ort. Beim Ortsausgang fahre ich durch eine Wolke Insekten, dachte es wären Fliegen. Hätte ich gewusst, dass es fliegende Ameisen waren, hätte ich einen großen Bogen drum gemacht. Es waren fliegende Ameisen ! Mein ganzer Körper war nun mit Ameisen übersäht. Ich schüttel sie ab und weiter gehts. Wir fahren noch ca. 2 Stunden bei schöner Abendsonne, die die Straße unter einem vergoldet. Jedoch fliegen überall diese roten Ameisen herum! Wir machen halt an einer scheinbar guten Zeltstelle, Alex steigt vom Rad und geht auf Erkundung, ich bleibe auf der Straße und werde nun, da ich stehe, von den Ameisen überfallen. Sie krabbeln mir in den Kragen und pinkeln auf meine Brust – freche Viecher ! Nebst Ameisen sind es kleine nervende Fliegen die um mich schwirren. Sie stehen auf helle Farben. Ich, der ein weißes langes Shirt und weißen Helm trage, bin besonders begehrt. Außerdem ist mir eine ins Auge geflogen. Wegen des Augenweiß vom Augapfel, welches sie auch mögen, weswegen ich meine Sonnenbrille wieder aufsetze! Sie schenken mir ihre volle Aufmerksamkeit. Als ich meinen Helm absetze sehe ich, dass sich eine kleine Spinne ein kleines Netz in meinem Helm gebaut hat (heute am 27.08.2012 ,ich habe gerade nachgeguckt, die Spinne ist immer noch dort und somit seit mittlerweile 15 Tage in meinem Helm). Sie hat bis dato drei kleine Fliegen gefangen. Vielleicht begleitet sie mich ja bis in die und durch die Mongolei.

Nach ein paar weiteren Kilometern geht ein Sandweg von der Hauptstraße ab und mündet nach 50 Metern in einer riesigen Schneise. Eine Gaspipeline geht hier entlang. Hier schlagen wir unser Zeltlager auf. Beim Räderabstellen sind es Mücken, ein paar Bremsen und an diesem Abend eben auch die fliegenden Ameisen die uns verrückt und böse machen ! Also beschließen wir ein Feuer zu entzünden, die Gasleitung ist ja unter der Erde. Schnell ist trockenes Holz zusammengesammelt. Zuvor mussten wir uns natürlich wieder Mückenhut und lange Schutzkleidung anziehen, sonst überlebt man es nicht. Das Feuer kann scheinbar den fliegenden Ameisenstaat und die Bremsen verscheuchen, jedenfalls sind diese verschwunden. Feuer lässt die Mücken gänzlich unbeeindruckt. Es wird dunkel, wir hocken vor dem Feuer, den Moskitohut haben wir durch unsere schwarze Kapitänsmütze ersetzt, essen…, Alex hat seinen Vodka, ich mein Bier und wir schauen in das Feuer. Unterhalten uns über die Reise. Mittlerweile ist es ja so, dass man nicht mehr über Erlebnisse der Kindheitstage erzählen muss, wenn einem der Gesprächsstoff ausgeht. Russland neigt sich dem Ende zu und wir sind allmählich 4 Monate unterwegs, wo wir genug erlebt haben um darüber nochmal beim Lagerfeuer zu erzählen.

Wieder einmal ein gewaltiges Firmament über unseren Köpfen, ein jeder von uns sieht zwei Sternschnuppen. Vier Wünsche hat die Nacht.
Der nächste Tag, der 12.08.2008 schenkt uns eine Großbaustalle und zwei extreme lange Schotterpisten mit Bodenwellen. Diese Bodenwellen, ein Grauen!!! Wirbelsäule und vor allem die Handgelenke schmerzen mir danach ! Vom Staub der vorbeiziehenden LKWs ganz zu schweigen. Irgendwann kommt ein Café wo wir Halt machen. Neben dem Café fährt ein Zug, die Transsib, entlang. Als ich dem Zug zuwinke, hupt dieser mir kräftig zurück. Die Transsib ist bis nach Ulan-Ude ein täglicher Begleiter. Manchmal sind die Güterzüge gut einen Kilometer lang, sodass sie von zwei Antriebswagen gezogen werden müssen und rauschen dann schwerfällig, träge über die Gleise!

Abends setzt Dauerregen ein und wir sind froh, dass wir bei Wladimir, einem Magazinbesitzer, bei welchem wir abends unseren Einkauf tätigten, schlafen dürfen. Unsere Unterkunft ist ein Holzhaus welches sich gerade im Aufbau befindet. Drinnen sieht alles nach Rohbau aus. Die Holzdielen sind alle mit dicken weißen Staub bedeckt. Aber wir haben es trocken, denn draußen regnet es stark. Sein Onkel wohnt auch auf diesem Grundstück in einem Nachbarholzhaus. Der Onkel ist ein komischer Kauz. Er fiel mir schon beim Einkauf in dem Magazin auf, als dieser auch dort seinen Einkauf machte. Er trägt eine durchgehend olivegrüne Jägerkutte und geht wie ein Hofnarr, den Kopf und Oberkörper leicht gebeugt, der Gang ein wenig schlurfend. Es faselt sehr schnell die Sprache, sodass wir absolute kein einziges Wort verstehen! Aber er ist friedlich und macht einen loyalen Eindruck. Der Onkel heizt für uns an diesen Abend auch die Banja (Sauna) ein, wo wir uns waschen können. Danach gehen wir zurück in unser Holzhaus, wo Wladimir mit Fotoalbum aus seiner Militärzeit, zwei großen Flaschen Bier und in Zeitung eingewickelten Räucher-und Rohfisch auf uns wartet. Wladimir ist der erste Russe der uns auf dieser Reise begegnet, der das russische Alphabet scheinbar perfekt beherrscht, denn er kann mit dem Wörterbuch vom ersten Moment an richtig umgehen. Alle anderen guckten bisher immer auf die Übersichtsseite des russischen Alphabets und haben erst danach ein Wort nachschlagen können oder haben das Wörterbuch gleich wieder weggelegt. Etwas was wir beide überaus witzig finden, da wir somit die Reihenfolge besser beherrschen.

Nachdem wir den Fisch mit unseren Händen aufgegessen haben, wischten wir diese mit Zeitungspapier ab und widmeten uns seinem Fotoalbum und unseren eigenen Fotos. Wladimir war Musiklehrer und besitzt jetzt drei Magazine. Es ist schon spät und er geht zu Bett. Wir legen uns mit den Schlafsäcken auf den staubigen Boden. Ja, alles ist nun eingestaubt. Am nächsten morgen erwache ich von Alexs Frage, ob sein Auge dick sei?

Ich öffne schwerfällig meine, gucke mir sein Gesicht an und kriege einen Lachanfall. Sein rechtes Auge ist dermaßen zugeschwollen, dass er kaum durchgucken kann! Es sieht aus, als wenn Alex sich vor dem Schlafengehen “eine” gefangen hätte. Beim Frühstücken sitzt mir dann Alex mit seiner Kapitänsmütze gegenüber und versucht mich mit beiden Augen anzugucken, was aber nicht funktioniert. Es sieht richtig „geschossen“ aus ! :mrgreen: Die Schwellung verschwindet erst im Laufe des Tages und ist erst richtig am nächsten Tag weg. Auch meine Augen waren ein wenig geschwollen,wahrscheinlich von dem Staub in diesem Haus.

Kurz bevor wir den Ort verlassen treffen wir noch vier Belgier die sich mit ihrem Wagen auch gen Mongolei bewegen. Sie gehören auch zu dieser Mongolei-Spenden-Rally-Unternehmung. Nach kurzem Smalltalk geht es weiter. Wirklich spektakulär ist dieser Tag nicht. Abends kaufen wir in einer Stadt ein, die auf uns so wirkt, als würden dort nur Gauner wohnen. Viele Menschen mit Buttel in der Hand ziehen umher. Ein trister, fader Schein geht von ihr aus. Wir sehen zu, dass wir weiterkommen und zelten bei einsetzender Dunkelheit jenseits der Hauptstraße neben, ja was denn sonst, Birken. Abendbrot wie so oft auf dem Boden. Brot, Käse, Fisch aus der Dose, der ausgesprochen lecker war, ein Feierabendbier. Beim Aufstehen und Sachenzusammenpacken latsche ich im Dunkeln auf meine Sonnenbrille, welche nun dahin ist.

Wir stehen erst relative spät 11 Uhr auf. Mir tun die Oberschenkel weh. Es setzt wieder eine Art Monotonie ein, die langsam den Geist umwebt. Das soll heißen, es ist immer wieder das Gleiche. Man steht morgens auf, rollt seine Isomatte zusammen, nachdem man die Luft aus dieser gelassen hat. Eine Tätigkeit die nach dem 5’ten oder 6’ten Tag einen gewaltig anstinkt, auch wenn es nur 2 Minuten dauert. Wir legen das Zelt zusammen, wobei jeder seine eigene persönliche Aufgabe hat. So rolle ich seit 4 Monaten das Zelt mit Gestänge zusammen, während Alex es seit 4 Monaten immer diese Zeltwurst in den Zeltsack stopft. Vielleicht sollten wir uns einmal abwechseln… .

Ein Höhepunkt an diesem Tag ist, als wir in einem Café sitzend aus dem Fenster schauen und eine Kuh sich von der Kuhherde gelöst hat, auf die Straße rannte und hier stehend blieb und den Verkehr arg behinderte. Das war schon lustig. Völlig unbeeindruckt stand sie da. Kuhherden so wie wir sie sahen, laufen hier in Russland völlig frei unumzäunt herum.

Abends wieder Zeltaufbau in der Dunkelheit, der Boden ist nass, denn es hat geregnet. Nachts regnet es ebenso und es ist morgens beim Aufstehen bitterlich nasskalt. Motivation sieht anders aus und so schwingen wir uns auf die Räder, fahren 50 km zu einem Café, denn Frühstücken wollen wir in dieser Kälte nicht. Außerdem sind hier wieder einige stechwütige Mücken, die scheinbar auch gegen Kälte resistent sind. Man fährt dann die 50 km relativ schnell und in gut 2 bis 2,5 Stunden ist man dort. Man schaltet auf der Fahrt das Gehirn in den Betriebsmodus “Radeln” um und denkt möglichst wenig bis gar nicht. Konzentriert sich auf den weißen Streifen der Straße und nimmt so nur wenig, von Innen und von Außen wahr. Betriebsmodus “Radeln” ist immer dann nötig, wenn es anfängt langweilig oder dauerhaft anstrengend zu werden.

An diesem Tage verliere ich so ziemlich meine Geduld und will endlich in Irkurtsk ankommen ! Also kommt es mir und auch Alex gerade gelegen dass uns am Abend gegen 19 Uhr ein Kleintransporter russischer Bauart die letzten 100 km mitnimmt. Wir sparen uns hierdurch einen Tag Radfahren und umgehen eine fürchterlich öde Strecke mit unangenehmen Bergen. Wir kommen so abends 22 Uhr in Irkutsk an und wissen nicht wohin. Der Fahrer setzt uns vor einer kleinen Wohnsiedlung aus schlichten, kleinen Häusern bestehend, ab. Kein Problem wir sind ja mittlerweile Meister im Erfragen einer Schlafmöglichkeit. Dass uns eine abstruse und feuchtfröhliche Nacht bevorsteht, wissen wir in diesem Moment noch nicht.

Wir fahren die Sandstraßen entlang machen Halt vor einem Haus, wo eine Frau neben einem Wagen steht und sich mit dem Fahrer unterhält. Sie ist stämmig, blickt leicht zornig zu uns auf, wir kriegen es mit der Angst und fahren weiter. Etwa 10 Minuten später fragt Alex drei Gestalten die sich vor einem dunklen Grundstück aufhalten. Der eine von den drei Männern heißt ‘Maxim’ und ist der Besitzer. Er lädt uns recht herzlich zu sich ein. Er bewohnt mit seiner Frau eine kleine wohl selber zusammengezimmerte Holzhütte und ist Anfang dreißig. Erst am nächsten Tag bei Licht erkennen Alex und ich, in was für einer improvisierten Hütte wir geschlafen haben ! Kaum vorzustellen !

Wir schieben unsere Räder auf das Grundstück und entladen unser Gepäck, Maxim meint, sie müssen draußen noch ein wenig arbeiten und würden dann in das Haus kommen. Sie, waren Maxim und seine beiden Kumpels, die dabei waren, ein Fundament für ein Haus auszugießen, gleich neben der “Bretterbude”. Maxim baut sich sozusagen ein neues, dieses mal wohl richtiges Haus. Und wie wir unser Gepäck so abladen und dieses vor die Hütte stellen, kommt nachts 23 Uhr ein Betonmischer angefahren ! Ich finde es recht amüsant, dass dieser zu dieser Zeit mitten in der Woche lautstark piepend rückwärts durch die enge Einfahrt (Zentimeterarbeit des Fahrers !) auf das Grundstück fährt. Ein paar Arbeitsschritte und schon fließt der flüssige Zement in die aus Brettern gebaute Fundamentform. Die drei Männer schippen den Zement bis in den letzten Winkel. Natürlich bleibt man als eingeladener Gast nicht untätig und so schnappen Alex und ich uns auch jeweils eine Harke und treiben den Zement in die Bretterform. Etwa 1,5 Stunden sind wir damit beschäftigt, bis der Betonmischer leer ist. Wir kommen ganz schön ins schwitzen, zudem sind wir an diesem Tag auch 130 km gefahren. Vom vielen Harken scheuer ich mir den linken Daumen wund. Wir sind von unten bis oben mit Zement eingesaut ! Aber es ist ein tolles Gefühl mithelfen zu dürfen und um auch zu zeigen, dass man als verwöhnter, deutscher Radfahrerstudent hart mit anpacken kann. Denn zum Ende der Arbeit heißt es, den restlichen Zement der nun auf den Boden geschüttet wurde, diesen mit Metalleimern in das Fundament zu gießen.

Hierbei schleppten nur Alex und ich die Eimer. Ein Eimer Zement wiegt schon was – und war somit die schwerste Arbeit. Maxim war sehr froh, dass an diesem Abend zwei deutsche Radler vorbeikamen, um ihm beim Hausbau zu helfen und bedankte sich sehr ! Nach den 2 Stunden die wir nun draußen vor dem Haus zugebracht haben, ging es rein. Die Frau, es war mittlerweile 0 Uhr, hat Essen zubereitet. Einer der Kumpels fuhr zu einem Magazin um noch Bier und Vodka zu holen. Klar doch, nach getaner Arbeit und 130 km Fahrradfahren, darf in Russland das Trinken nicht fehlen. Wieder kam er mit zwei großen Flaschen 2,5 Liter Bier und drei Flaschen Vodka zu je 0,5 Liter. Wir nahmen alle Platz am Küchentisch aßen und tranken. Wir unterhielten uns und zeigten unsere Fotos von der Reise. Die kleine Sauna wurde heiß gemacht und immer einer konnte sich dann waschen gehen. Hinter Alex und mir befand sich ein großes Bärenfell an der Wand hängend. Neben dem Küchentisch stand ein Käfig in dem ca. 20 Wachteln auf engstem Raum zusammengefercht waren!!!! Wir fanden das mit den Wachteln, die ständig damit beschäftigt waren undefinierbare Dinge aufzupicken, als wir vom Alkohol erheitert waren, sehr amüsant. Doch am nächsten Morgen als wir aufwachten, realisierten wir erst einmal, dass das ganze Haus nach “Wachtel” stank !

Alles roch nach Wachtel. Nie im Leben hätten wir nüchtern dort noch etwas essen können. Wir waren von diesem Geruch richtig angewidert und waren für die nächsten 5 bis 6 Tage bleibend geprägt. Sprich, dass wir viele Gerüche mit diesem Wachtelgestank assoziierten! Nunja….wir saßen bis 3 Uhr nachts beisammen, denn ein richtiger Russe geht erst nach Hause, wenn alles ausgetrunken ist. Ich machte mit Maxims Kumpels noch eine Runde Armdrücken bei der ich einmal verlor und einmal gewann und mir so eine Art Achtung verschuff. Was soll ich sagen, der eine hatte Hände so riesig wie ich sie in meinem Leben noch nie gesehen habe. Damit könnte man Sand schaufeln.

Ziemlich erledigt,stiegen wir dann die Holzleiter zum Dachgeschoss hinauf und fielen in einen tiefen Schlaf. Am nächsten Morgen der besagte Wachtelgestank. Wir sahen zu dass wir dann auch schnell aus diesem Haus rauskamen, da wir wirklich vom Ekel ergriffen waren. Wir verabschiedeten uns von Maxim und Frau und fuhren auf blauen Dunst in Richtung Center von Irkurtsk. Wir wollten erst einen Geldautomaten finden, hielten kurz vor einer Bushaltestelle um Ausschau danach zu halten. In diesem Moment wurde Alex von einer Frau, Natalia, angesprochen und nach 5 Minuten wurden wir just zu ihr nach Hause eingeladen. Natalia war mit ihrem Mann auch vor kurzem samt Rädern in der Mongolei. Wir gingen danach kurz zu einem Zahnarzt, denn Alex klagte über Zahnweh. Doch Glück gehabt. Es war nur eine Entzündung des Zahnfleisches, also kein Loch, kein Bohren und somit musste er auch nichts bezahlen ! Wir gingen mit Natalia zu ihrer Wohnung. Sie lebt dort mit ihrem Mann und ihrer Tochter, der Tanya, die Englisch studiert. Ab und zu kam die zweite Tochter zu Besuch.

Wir blieben hier zwei Tage und konnten unsere körperlichen und geistigen Batterien auffüllen, da es einfach nur herrlich war mit diesen weltoffenen, gastfreundlichen Menschen die Zeit zu verbringen und uns durch Englisch über die Welt auszutauschen. Wir kriegen das Zimmer der großen Tochter und schlafen zum ersten Mal seit langem wieder morgens aus! Eine Waage im Haushalt zeigt mir, dass ich mein Gewicht gehalten habe und somit nicht vom Fleisch gefallen bin. Alex geht es genauso.

Ich möchte an dieser Stelle bemerken, dass es wieder einmal ein fantastischer Zufall/Umstand war, dass wir Natalia trafen und wir somit eine Bleibe, wie sie besser gar nicht sein konnte, fanden ! Von einem Moment der Ahnungslosigkeit, geraten wir in eine Situation der Sicherheit. Etwas was sich so ganz oft auf unserer Reise zutrug.

Wir fühlen uns pudelwohl bei diesen Menschen und gerade die Zeit mit Tanya ist wunderbar. Hoffentlich besucht sie uns einmal in Deutschland ! Somit nehmen wir bereits nach dem zweiten Tag schweren Herzens Abschied, aber wir müssen weiter. In Irkurtsk selbst kaufen wir uns auf einem Markt jeweils eine lange Hose zum Radeln, da es draussen mit 14 Grad recht kalt ist. Der Verkaufsstand ein offener Metallcontainer. Die junge Verkäuferin, eine Kirgisin, fragt mich, woher wir kommen, während Alex seine neue Hose beim Radfahren erprobt. Ich erzähle ihr, dass wir aus Deutschland sind. “Ahhhhh Faschist!” sagt sie heitern. Eine Frau vom Nachbarstand kommt hinzu. Die Kirgisin, erzählt ihr dass wir aus Deutschland seien und wieder “Ahhhh Faschist!”. Dann sieht sie unsere Fahrräder und meint “Faschist-Sportsmen!”. Alles witzig und überhaupt nicht gemein gemeint, wenn man uns hier als Faschisten bezeichnet.
Wir schmeißen unsere Postkarten in den Postkasten und verlassen Irkurtsk. In der Weite sieht man schon die Gipfelreihe die einen herausfordernd angrinst und wir wissen, dass der Weg zum Baikalsee nicht einfach wird. Tatsächlich geht es ca. 15 km hinter Irkurtsk rapide bergauf ! Der Weg zum Baikalsee hat es in sich, auch wenn es nur 90 km sind… !

Hello,

 

Indeed, after the last 70 kilometres, we have arrived in Krasnoyarsk. The journey there: A lot of forest, again several hills and wet weather. As I ride across the asphalt, still caught up in Siberian daydreams of nightly monkey noises, I quickly brake. A chipmunk is standing directly next to the road and therefore beside me and munches on a fruit. The moment the little guy notices me, he vanishes in the grass. It takes five minutes of patience on my side until he returns to the fruit and I get a snapshot. Today, it is I for a change that leads at the front and reaches the city first because Alex has to deal with a flat tire on the way. During the repairs, Alex’ nerves are put to the test by a Russian who babbles on and on while he replaces the tire. I register at our accommodation in Krasnoyarsk and ask, where and when we have to show up. Dasha’s birthday party only starts at seven o’clock. Until then we can kill the time in the city, which is quite large with a population of 1 million. We have the great urge to take a shower. Dasha recommends that we use the public showers at the main train station. What’s said is done.

 

But at the station, the showers are out of order – just great – how did that happen? Meanwhile, heavy rainfall adds to the drenched state. Apparently, there is another kind of public shower on the opposite side of the city. We pick up a map of the city and head over there. The supposed public shower is a blue pipe from a well, protruding from the ground in a park. When the lever of the pipe is tipped forward, groundwater flows out. Not exactly warm, but still.

 

At this pipe, we wash our legs and upper bodies a bit and take it in our stride that another downpour showers us moments later. It is just after six o’clock and we make our way to the agreed meeting point right beside the University. On our way we buy flowers, Lilies, for Dasha. The distance is around 8 kilometres and they are tough. The last 3-4 kilometres were a consistent big mountain, which was really exhausting and with every metre that had us cursing more, the happy anticipation for the Birthday shrunk.

 

On top of that, it wasn’t always easy to navigate the evening traffic in the city, where the cars are at more of a ‘stop’ than ‘go’. This city knows just about as many cyclists as other Russian cities. Imagine a main road with multiple lanes, full of cars and we are trying to squeeze through the gaps with our bikes and still end up travelling faster than the cars.

 

The last kilometre on this now much despised mountain. I push myself to the limit, Alex in front of me, the speedometer reveals that I am moving at a breakneck speed of 6 km/h. The birthday present, the flowers, are clutched in my right hand. Suddenly a green service-truck for high voltage wires turns up on my left. We’re in Siberia, where the majority of vehicles have their steering wheel on the right so I can easily converse with the driver, who has lowered his window and is gesturing to my bouquet. Hands off, that’s mine, I think. But no. He explains to me that I’ve lost three lilies on the way. I look at the bunch –he’s right.

 

I should head back, they are only around 100 metres down the hill. I raise my right hand to my head to show him exactly what I think of that suggestion but instead wipe the sweat from my forehead and laugh, telling him that I would never ever turn around for three flowers – especially since I have a bike and luggage that weigh 51 kilograms together.

 

The driver doesn’t relent…I reply: No, no way.

 

Fine. The flower-fanatic in the truck tries a different approach. I should jump in with him; he will drive me to the lilies. I thank him for the offer (that was really very nice of him) but add that we are too limited on time since it is almost seven and the bouquet still has a sufficient amount of lilies.

 

That obviously doesn’t satisfy him. He releases the handbrake and just lets the vehicle roll backwards down the main road – towards the lilies, the Lilyhero! I find him extremely brave; in his place I’d be scared to cause a car crash. All that for three lilies lying on the tarmac… I continue upwards and expect to hear the sounds of an accident behind me. Roughly 100 metres up the road and I see the truck drive up the mountain again. He made it and stops next to me. The lilies are broken, he tells me with a hand gesture. That’s a shame, I try to reply even though I just want to keep cycling, if possible without a lilliophile truck driver pestering me. As if that wasn’t enough, he insists I accept a lift to the nearest florist! No, I don’t need any more lilies, I’ve got enough, plus I don’t have time for this discussion! He seems to understand, offers the ride to a flowershop one more time to be sure, but finally continues forward and stops…around 50 metres ahead of me next to Alex and narrates our Lilyproblem to him. I eventually reach the two, quickly tell Alex what has happened, how the truck driver desperately wants to reunite the lilies with me and that we really need to get a move on to avoid being late. The driver disappears, I remain without those three lilies and am happy. A call at Dasha’s and we meet up 10 minutes later in a parking lot. She comes with her husband, Michai.

 

You can imagine that this first encounter was very bizarre for us all. Two German cyclists arrive in a large Siberian city and are invited to the birthday of two complete strangers.

 

But the ice is quickly broken. Dasha introduces us to her brother, her mother and some friends (a couple with two small children, a girlfriend of her’s) and then they take the cars and drive into the country, into the mountains of course, about 5 kilometres from the parking lot we’re in.  We both race after them on our bikes and are already cursing the impeding way back later, which will be a permanent downward slope. But we get a happy ending after all…

 

Once at our destination, food and drink is unloaded, we stuff our luggage into the car and only take our bikes to the picnic area. There, a small campfire is lit. A wonderful place to relax and enjoy the time together. The people around us speak good English and we chat as if we’ve been friends for ages, naturally participate in the picnic. The worry that the food may not be enough – Alex and I have a never-ending, agonizing hunger (as on most days, no, as always, we’re probably famished three to four times a day) – vanishes as the food is served. Everyone is very interested in what we’ve experienced on our journey and especially in Russia. What do the Germans think about Russia and why, according to us, does Russia still have such a negative image? Where is the decisive difference in the mentality? (I will mention this difference later)

 

We are situated on a large boulder covered in pine trees and with a view of a great river.  Luckily, there aren’t many mosquitoes. At the base of the rock there is a small cave, which was inhabited during the Stone Age. After dinner we go down to the entrance with our new friends and enter the cave. I’m inwardly relieved to be living in modern times, with electricity, toilets and potato peelers with ceramic blades so as to not have to spend the rugged Siberian winters in such a ‘stone hole’. But it was once this way. Thousands of years ago, people lived here in this spot in the stone hole, even during winter. They hunted, ate, loved, spoke to another – an overwhelming notion.

 

The small campfire (the first on our journey) is now lit; the children take pleasure in collecting pinecones and throwing them into the fire. Dasha’s brother gets his guitar; singing commences, in Russian of course. Romantic Russian campfire atmosphere – Alex and I right in the middle of it. Eventually it is time to leave, people have to wake up early to go to work after all. We are told that we can stow the bikes in the cars so we don’t need to cycle back. We jump for joy and thank them. We drive back with Michai, Dasha’s husband. By now, it’s almost midnight and he changes the drive back into a tour through Krasnoyarsk, of which I only take in half because I fall asleep in the car and only wake to get out when we stop at attractions. One of them is a huge mountain with a view across the entire city at night; a sea of light lies before us. Russian cities glow in the dark just as European ones do.

 

At last, we receive our room in the apartment of Dasha’s mother. Three o’clock in the morning we fall into our beds and at nine in the morning, as announced, the door flies open and the mother wakes us. We’ve got an appointment for a trek through the mountains. That’s what you call active rest! Honestly, I have a serious case of muscle ache from the past few days.

 

So, a quick breakfast and then into the city centre via bus, where we meet up with the couple from the previous evening. Julia and Daniel. Both are computer scientists. They join us for the trip. Really lovely people. They take their 9-month-old daughter onto the tour in the babyrucksack. Since she arrived with the car, Dasha’s mother already awaits us at the foot of the mountain, also an elderly retired couple and their acquaintance are part of the group. They are coming with us. Together we are eight people. The grandpa is still fit! Despite being 74, he practically runs up the mountain! He tells us later during a picnic-break that he is hunter and already shot three bears. We have a lot of fun on the trek, seeing as we get to practice a different kind of physical activity after 8000 km of cycling. The natural surroundings are indescribably beautiful. Until now, we had only passed Mountains or crossed them on asphalt roads… An upturned anthill is the work of a Brown bear that was searching for ant eggs, Daniel explains to me.  In this fashion, we amble through this mountainous landscape for three to four hours and, as mentioned, have a great picnic with an epic view, before we return to the city. The evening is spent at home with Dasha’s mother and her daughter, a friend called Yana and the Son Sascha, who is dating a Russian Skiing-celebrity. She was World Champion last year. Naturally, I secured an autograph for myself.

 

We spend the next day mainly with Yana. She is 27 and is just awesome due to her natural, jolly and completely carefree character. On this day, we develop another bunch of photographs from our journey. These are perfect as small gifts or simply to show and tell. Later we go out for food twice with Yana because we aren’t full enough after the first round.

 

The following morning we say our farewells to everyone, even meet up with Yana and her Dalmatian “Etan” once more. By the way, the first and probably last Dalmatian that I’ve seen in Russia. Together we head to the post office to buy enough stamps for the 47 postcards we’ve written. It costs around 30 Euros to send them off. Outside, in front of the post office, an ex-geography teacher walks past us, stops and begins to talk and talk…he talks about how immense Russia is, how large the Krasnoyarsk area is, how many people live here, how thick the ice at the North pole is (he really spoke about that), in brief a man who knows a lot, Yana translates everything. Then she promises, apparently because he insisted that she call him sometime, possibly to recount even more stories, that she will ring him and the teacher continues on his way.

 

We would like to spend the rest of the day with Yana and her dog but we have to keep going. In the evening we pitch our tent for the umpteenth time next to several birches. Again, greedy mosquitoes whoosh through the air. Not as many as on the nights one or two weeks ago, but the few that are there annoy us just as much and somehow manage to breach the net of my mosquito hat! In the night, the place fills with fog as we are camping in some kind of large valley. The half-moon lights up sharply in the dark night.

 

The next day we proceed on the 140 kilometres toward Kanzk pretty quickly, not that it was an easy route till there. I think there were three large hills that made our lives difficult. A huge industrial truck stands on one of them – breakdown. At the sight of the rise, I don’t think that machine will ever make it off the hill without external help; everything is much too steep. As we move on, a road sign indicates the way to a town named “Soljanka”.

 

‘Kanzk’ is only a moderately big city. We reach it over a 2 kilometre long steep slope, down which we easily roll with 60 km/h. As we enter the city, we are astounded by the amount of ailing barracks around. Grey buildings, on which the plaster of the outer walls is crumbling. Soldiers wander around after their shift, carrying a sack of beer. Once again, we buy litte for a lot of money. Soldiers, recruits and civilians swarm about inside and in front of the supermarket.

 

We drive through the city through side streets, the navigation system wants it that way. Past wooden houses where children are playing and a barking dog is a constant presence. The town lake is a green broth covered in a thick carpet of plastic beer bottles – I reckon those are not the property of the fish.

 

We fight our way up a big mountain, meet a transporter that gives us a ride for 60 km. He ditches us in front of a train track crossing. The sun has already set. We cycle another 30 km on wonderfully smooth tarmac. We travel through a village where many people are still out and about and some wave at us. The road leads into a thick forest after that so at eleven pm we decide to just pick the next best place for camp. We rest on some kind of dump for debris. The ground is stone hard, how convenient that Alex’ sleeping pad is still leaky. Nevertheless, the sky is so clear…and the milky way as thick as I’ve never seen it before.

 

The first cheery sight the next day is a bus stop with two cows standing inside! The landscape has reverted back to primeval and just as one would imagine Siberia to be. The sun is shining but it has become distinctly cooler, especially around the evening. On this day the road stops for the first time to be replaced by a sand/gravel path.

 

Unbelievable!

 

This is Siberia’s main road. It stretches from Kazan to Wladi Wostok and suddenly it’s nothing but a dusty gravel path! That is the same concept as if the A20 Highway would suddenly break off for 3 km to be replaced by such a “Cattle path”. At least that is the manner in which we see it. From our perspective this is an infrastructural Fiasco! If you asked us, what the significant differences between Germany and Russia are, we would definitely say that this kind of thing wouldn’t exist in the Federal Republic. Since it’s dry, the dust flies when cars and especially trucks drive past us. It isn’t pleasant for us to keep going on this kind of road today or the following days. Alex still has a cold. He tries out the Russian do-it-yourself treatment and buys himself half a litre Vodka and a lot of garlic in a store. I end up in a brief argument with the saleswoman. We enter the shop, Alex orders two onions and perhaps because his pronunciation wasn’t exactly that of a local, she pulls an annoyed face, so that one practically feels guilty for shopping here, and hollered back in Russian, “Whaaaaaaaaaat?”

 

That was it. I can yell too, especially well in German! And because I was so furious about her behaviour, I did just that, told her that it was rude to bark at Alex the way she did and all that…! After that she was somewhat nicer. I had had enough though and went to the other saleslady in the store, who was much more agreeable from the start. For both of us it seems a Russian phenomenon that the staffs in cafes and stores often come across as unfriendly, which one has to get used to. That may be a difference in mentality. But this described event was no single case. Very often, one is virtually grouched at even though it is obvious that as a stranger, one doesn’t speak Russian.

 

With the Vodka bottle and a large beer in our luggage, we leave the place. As we head out of the town, I drive through a cloud of insects, thinking they were flies. Had I known they were flying ants I wouldn’t have come anywhere near them. They were flying ants! My whole body was covered with them! I shake them off and onwards. We cycle around 2 more hours in beautiful evening sun that turns the street under us golden. However, these red ants are flying around everywhere! We stop at a seemingly good campsite, Alex dismounts his bike and scouts the area and I stay on the road. Now that I’m not in motion anymore, the ants attack me. They scurry into my collar and piss onto my chest – naughty beasts! Additionally, annoying small flies zoom around me as well. They are attracted to light colours. I, in a long white shirt and white helmet, am particularly desired. One of them has flown into my eye because of the white in my eyeball, which is why I put my sunglasses back on. They give me their full attention. As I take off my helmet I realize that a small spider has built itself a nest inside (today on the 27.08.2012, I checked and the spider is still there, which makes it 15 days that it has been living in my helmet). It has already caught three small flies. Maybe it will journey with me up until Mongolia.

 

A few kilometres further, a sand path branches off from the main road and comes full circle 50 metres ahead in a big lane. A gas pipeline goes along here. We pitch our tent. As we park out bikes, the mosquitoes, horseflies and this evening also the flying ants make our lives difficult. So we decide to light a fire, the gas pipe is underground after all. Dry wood is gathered quickly. Beforehand, we had to put on the mosquito hat and protective clothing again, otherwise you go insane with these bugs. The fire apparently succeeds at getting rid of the flying ants and the horseflies because those have disappeared. Sadly, fire leaves mosquitoes entirely unimpressed. It grows dark, we crouch in front of the campfire, the mosquito hat has been replaced by the black Captains cap, eating… Alex has his Vodka, I’ve got my beer and we look into the fire. Talk about the trip. By now we’ve reached the point where we don’t have to talk about childhood experiences anymore when we run out of topics. Russia is almost covered; we have been on the road almost 4 months now and have encountered more than enough to recount again at the campfire.

 

Once more we have the magnificent heavens above our heads, both of us glimpse two shootings stars. This night has four wishes. The next day, the 12.08.2012 presents us a massive construction site and two extremely long gravel roads with speed bumps.  Those bumps are the horror!!! Spine and foremostly the wrists hurt afterwards! Not to mention the dust from the passing trucks. Sometime, we reach a café, where we take a break. Next to the café, a train, the Transsib, goes by. As I wave to the train, he honks back at me. The Transsib is a daily companion until Ulan-Ude. Sometimes the freight trains are nearly a kilometre long so that they have to be pulled by two engines and move slowly, lazily over the tracks.

 

In the evening a continuous downpour sets in and we are glad that we are allowed to sleep at Wladimir’s; a storeowner where we purchase our goods in the evening. Our lodging is a wooden house, which is still under construction. Inside, everything hints at a basic frame. The wooden floorboards are covered in thick, white dust. However, it’s dry and outside the rain is pounding. His uncle also lives on this property in the neighbouring wooden house. The uncle is a weird one. I’d already noticed him while we were grocery shopping at the store at the same time he was. He wears an olive green frock and moves like a jester, his head and torso slightly bend and shuffling slightly. He babbles in his language very quickly so that we don’t understand a single word. But he his placid and seems a loyal guy. He even heats up the Banja (Sauna) for us, where we can wash ourselves. After that, we return to our house, where Wladimir is waiting for us with a photo album from his military days, two bottles of beer as well as smoked and raw fish wrapped in newspaper. Wladimir is the first Russian we’ve met on our journey who seems to know the Russian alphabet inside out because he can operate our dictionary perfectly from the first moment. All the previous people have checked the page with the Russian alphabet before looking up a word or put the book away instantly. We find this very amusing since we now understand the order better than before.

 

After we’ve eaten the fish with bare hands, we wipe these on the newspaper and examine his photo album and our own pictures. Wladimir used to be a music teacher and now owns three stores. It’s late and he goes to bed. We lie down on the dusty floor in our sleeping bags. Yes, everything is now covered in dust. The next morning I am woken by Alex’ question, whether his eye is swollen?

 

With much difficulty I open mine, stare at his face and break out into laughter. His right eye is swollen shut, he can barely see through it. It looks as though Alex took one to the face before heading to bed. During breakfast, Alex sits opposite me in his Captains cap and tries to look at me through both eyes, which fails. He looks seriously bashed up. 😀 The swelling only goes down later in the day and is fully gone by the day after. My eyes were a bit puffy too, surely from the dust in this house.

 

Just before we leave the area, we meet four Belgians who are also heading towards Mongolia with their car. They are also part of the Mongolia-Donation-Rally-Undertaking. After a bit of small talk we move on. This day is not spectacular. In the evening we buy some things in a city, which appears to us as though only thugs inhabit it. Many people walk around with buttel in hand. A sombre, bleak aura hangs around this place. We get the heck out of there and make camp around twilight on the roadside next to, surprise surprise, birches. As usual, dinner on the floor. Bread, cheese, tinned fish, which tasted really good, an end-of-the-day beer. While getting up and packing things, I stomp onto my sunglasses, which are now history.

 

We get up relatively late at eleven o’clock. My thighs hurt. Monotony is settling in our spirit, meaning, everything is repetitive, always the same. Getting up in the morning, rolling up the sleeping pad after it has been deflated. It is a task that really gets on your nerves after the 5th or 6th day, even if it only takes 2 minutes. We pack the tent together, where each of us has his own personal job. I’ve been rolling together the tent with the rods since 4 months whereas Alex has always stuffed this tent sausage into the cover since 4 months. Maybe we should switch sometime…

 

The highlight of the day happens when we’re sitting in a café, looking out the window and witnessing a cow as it separates from its herd, runs onto the road and stands there, blocking the traffic. That was funny. She stood there cool as a cucumber. Herds of cows, as we’ve seen them, run around without restrictive fencing in Russia.

 

Evening, tent pitching by darkness, the ground is wet because it’s rained. It rains during the night and in the morning, when we get up, it’s horribly cold-wet. Motivation is at a low and so we hop onto our bikes and cycle 50 km to a café because we don’t want to eat breakfast in this cold. Plus, several sting-eager Mosquitoes are around that are evidently resistant against the temperatures. The 50 km are travelled quite quickly in 2 – 2,5 hours. You program your brain into the action mode “Cycling” and think as little as possible. Concentrated solely on the white line of the road and perceive nothing more, neither inside nor outside. Action mode “Cycling” is essential when it starts to get boring or permanently strenuous.

 

On this day I almost lose all my patience and desperately want to arrive in Irkurtsk! So it’s a stroke of luck that around 7 in the evening, a small truck of Russian manufacture gives us a ride for the last 100 km. This way, we save ourselves a whole day of cycling and avoid a boring route with irritating mountains. We reach Irkutsk around 10 in the evening and don’t know where to go. The driver lets us out in front of a small housing development consisting of basic, modest houses. No problem. By now we’re pros at asking about sleeping accommodation. Little do we know that an abstruse and tipsy night awaits us.

 

We drive along the sand lanes and stop in front of a house, where a woman is standing next to a vehicle and is conversing with the driver. She is stocky and looks over at us angrily; we tuck tail and continue onwards. Around 10 minutes later, Alex asks three figures standing in front of a dark property. One of the three men is called ‘Maxim’ and is the owner. He invites us warmly to stay. He lives with his wife in a small, probably self-built wooden hut and is around 30. Only the next day, in the light, do Alex and I realize in what kind of an improvised residence we slept in. Hard to imagine!

 

We push our bikes onto the property and unfasten our luggage, Maxim says they still have to work a bit outside and will come inside afterwards. They, meaning Maxim and his two buddies, were busy constructing the foundation for a house right next to the “shack”. Maxim is building a new house, this time a proper one. As we remove our luggage and dump it in front of the hut, a concrete mixer pulls up at 11 pm! I find it quite amusing that the loudly beeping vehicle backs through the narrow driveway (a matter of centimetres manoeuvred by the driver) onto the property at this time in the middle of the week. A few work steps and the fluid cement flows into the foundation made of wooden planks. The three men shovel the cement into every last corner. Of course, as invited guests we don’t sit around idly and so Alex and I grab a rake each and press the cement into the wooden shape. We are occupied by that around 1,5 hours until the mixer is empty. It isn’t easy work, especially after having driven 130 km this day. From all the raking, I rub my left thumb open. We are covered in cement! But it is a great feeling to be allowed to help and also to show that a spoiled, German Cyclist/University student can carry out hard work. Especially in the end, when the rest of the cement that has spilled onto the ground needs to be gathered in metal buckets and poured into the foundation.

 

In that respect, only Alex and I were carrying those buckets. A bucket full of cement weighs quite a lot – therefore this was the hardest work. Maxim was glad that two German cyclists came by this night to help him with the construction and he thanked us considerably. After the two hours we’d spent outside the house, we went inside. The wife, it was midnight by now, had prepared food. One of his buddies drove to a store to get beer and Vodka. Sure thing, after all this work and 130 km of cycling, a round of drinks is a must in Russia. We all sat down at the kitchen table, ate and drank. We chatted and showed around the pictures from our journey. A small sauna was heated up and we could go wash ourselves one at a time. A huge Bear pelt hung on the wall behind Alex and I. Beside the kitchen table stood a cage in which an estimated 20 quails sat squished together!!!! Once the alcohol had made us cheery, we found the quail situation, in which they kept picking at indefinable things, very amusing. But the next morning when we woke up, we realized for the first time how the entire house reeked of quail.

 

Everything smelt of them. Never in our lives could we have eaten something there while sober. We were honestly disgusted by the smell and it stayed permanently imprinted for the next 5 to 6 days. Meaning that we associated many scents with the stink of quail. Well…we sat together until 3 in the morning because a real Russian only goes home when every last drop has been drunk. I went through a round of arm wrestling with Maxim’s buddies where I had one loss and one victory, which granted me some kind of high regard.  What can I say, one of them had hands larger than any I’d seen in my life. You could shovel sand with those hands.

 

Pretty exhausted we climbed up the wooden ladder into the attic and fell into a deep sleep. The next morning we were greeted by the quail stink. We made sure to get out of the house as fast as possible because it was really revolting.  We said our goodbyes to Maxim and his wife and on a whim, headed into the centre of Irkurtsk. We wanted to find a cash dispenser first, paused next to a bus stop to take a look around. In that moment, a lady, Natalia, approached Alex and barely 5 minutes later we were invited to her home. Natalia and her husband had also recently been in Mongolia with their bikes. After this run-in, we quickly went to a dentist because Alex had been moaning about toothache. He was lucky. Only an infected gum, so no hole and no need for drilling and he didn’t have to pay! We joined Natalia and went to her apartment. She lives there with her husband and her daughter, Tanya, who studies English. Now and again, her second daughter comes to visit.

 

We stayed here two days and had the chance to reload our physical and mental batteries because it was just lovely to spend time with these open-minded, hospitable people and to exchange opinions in English. We got the older daughter’s room and for the first time in ages, slept in. A scale in the house tells me that I’ve kept my weight and haven’t dropped drastically. Alex is the same.

 

I want to remind at this point, that it was a fantastic coincidence/circumstance in which we met Natalia and found ourselves a place to stay that couldn’t have been better. From a moment of cluelessness we slid right into a state of safety. Something that has been happening very frequently on our journey.

 

We feel right at home with these people and especially the time with Tanya is wonderful. Hopefully she’ll visit us one day in Germany. After the second day we reluctantly take our leave but we have to keep going. In Irkurtsk we each buy a pair of long pants for cycling since it is very chilly with 14 degrees outside. The sales stall is an open metal container. The young vendor, a Kirghizia, asks me where we’re from while Alex tests his new pants on his bike. I tell her we’re from Germany. “Ahhhhh Faschist!” she exclaims brightly. A woman from the neighbouring stall comes over. The Kirghizia explains that we’re German and again “Ahhhhh Faschist!” Then she sees our bicycles and corrects, “Faschist-Sportsmen!” It’s all fun and not at all intended to be rude when they call us fascists here.

 

We toss our post cards into the post-box and leave Irkurtsk. In the distance we can already see the mountain range, grinning down at us in a challenge and we know that the route to the Baikallake won’t be easy. Indeed, 15 km after Irkurtsk the path goes sharply uphill. The journey to the Baikallake will be tough, even if it’s only 90 km…!

 
 
 

2 Kommentare zu “Krasnoyarsk nach Irkutsk Teil I”

  1. Uwe
    29. August 2012 um 15:45

    Hallo Ihr zwei,

    wie immer verfolgen wir eure Berichte und sind begeistert von euren Berichten. Arne, deine Mutter hat in ihrem Kommentar völlig Recht. Dein spannender Schreibstil fesselt einen. Vielleicht machst du ja mal später ein Buch daraus. Ich würde es jetzt schon bestellen.
    Lexi du siehst hervorragend aus.Ihr scheint ja auch viele nette hübsche Mädchen zu treffen. Bringt ihr nach der Reise eigentlich eure Fahrräder mit nach Hause? Solltet ihr vielleicht machen. Es hängen viele Erinnerungen daran.

    Sicherlich seid ihr auch etwas traurig dass jetzt bald RUSSIA hinter euch liegt. Was habt ihr für nette Menschen getroffen und wie viele…

    Bleibt gesund Uwe und Sabine

  2. Hendrik
    31. August 2012 um 01:35

    Beeindruckend. Absolut fesselnd, ich habe keinen eurer Berichte verpasst. Was muss ich tun um eine Postkarte zu bekommen? 😉 Viele Grüße aus dem verregneten Berlin! 🙂